Igel - Was Sie wissen sollten

Großes Interesse am Igel

Foto. A. Giessler
Foto. A. Giessler

Igel sind Wildtiere und unterstehen damit dem Tierschutzgesetz. Es ist verboten, sie aus ihrem Lebensraum zu entnehmen, sie zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen. Außer wenn sie krank oder hilfsbedürftig sind. Nach Genesung müssen sie umgehend an dem Fundort wieder ausgesetzt werden. Seit 2018 steht der Igel in Bayern auf der Vorstufe zur Roten Liste. Dies macht es umso wichtiger, ihm zu helfen.

Die meisten Menschen meinen, dass jeder Igel Hilfe braucht, der unterwegs ist.

Das stimmt meist nicht. Ein Igel hat ein fantastisches Umgebungsgedächtnis. Er kennt sein Revier in und auswendig und hat im Sommer mehrere Nester, die er aufsucht. Da er auch dort seine Jungen aufzieht, ist es dringend notwendig, dass er in dem Bereich bleibt.

Eine Umsiedelung von Igeln ist eine aufwendige Sache und sollte nur von Fachleuten vorgenommen werden.

Wichtig zu wissen!

Foto: A. Giessler
Foto: A. Giessler

Wenn Sie einen Igel auf oder bei der Straße treffen und ihm helfen wollen, tragen Sie ihn in den nächsten Garten oder Park. Fahren ihn NICHT kilometerweit in die nächste „autofreie“ Umgebung oder in den Wald. Besonders wichtig ist das in der Zeit, in der Igel Nachwuchs haben können.

Ein Igel ist ein Kulturfolger und braucht Wiesen-, Park- und Gartenlandschaften mit Hecken, „unordentlichen“ Ecken, heimischen Gewächsen, kleinen Bächen oder Seen mit flachen Ufern. Er ist ein nachtaktiver Einzelgänger, der kurzsichtig ist, aber hervorragend riechen und hören kann sowie sich mit seinen langen Barthaaren sehr gut orientieren.

Igel rollen sich auf der Straße nicht ein! Sie laufen überraschend schnell. Da sie Autos nicht unbedingt als Gefahr wahrnehmen bzw. falsch (durch Einrollen) reagieren können, fahren  Sie bitte vorsichtig und bleiben Sie besonders im durchgrünten Ortsrandbereich bremsbereit!

 

Im Frühjahr, ca. März bis Mai, wacht der gesunde Igel aus seinem Winterschlaf auf. Je nach Witterung wachen zuerst die Männchen auf, sie sind auch die ersten, die auf den Straßen Opfer der Autos werden.

 

Igel werden je nach Region zwischen Mai und September geboren. Die meisten Igel werden im August geboren. Deswegen kann ein spät geborener Igel im Oktober noch keine 500 g wiegen! Er hätte dann ca. die Größe einer Pampelmuse in zusammengerolltem Zustand.  Der Jungigel (also aus diesem Jahr) sollte ca. 500 g für den Winterschlaf angefressen haben. Adulte Tiere sollten deutlich schwerer sein.

Der Jungigel (also aus diesem Jahr) sollte ca. 500 g für den Winterschlaf angefuttert haben. Adulte Tiere sollten deutlich schwerer sein. Der Igel findet ab +7 Grad Nachttemperatur keine Insekten mehr. Untergewichtige, schwache und kranke Tiere irren aber oft auch dann noch auf der Suche nach Futter herum. Entscheidend für die Aufnahme eines Igels ist nicht ausschließlich das Gewicht, sondern sein Gesamtzustand – ist ein Igel tagaktiv, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass er Hilfe braucht.


Bitte sammeln sie kleine Igel nicht sofort ein, die Mutter ist während der 6-wöchigen Stillzeit nachts unterwegs und stillt tagsüber.

 

Wenn Jungigel am Tag außerhalb des Nestes angetroffen werden, sind sie meist verwaist, kühlen leicht aus, und Fliegen machen sich über sie her.

Um herauszufinden, ob sie ausgekühlt sind, bitte am Bauch fühlen und nicht zu lange beobachten, bevor Sie eingreifen. Sie sollten durch Beobachten und Absuchen der Umgebung   absolut   sicher  sein,  dass  die  Mutter  sich   nicht  um  die  Kleinen kümmert.

Foto: P. Bria
Foto: P. Bria

Igelsäuglinge werden ab ca. 200 bis 250 g „flügge“ und trennen sich von der Mutter und den Geschwistern.

Igel ernähren sich ausschließlich von Insekten, zu 80 Prozent von großen Laufkäfern, außerdem von Regenwürmern und Larven von Nachtschmetterlingen. Auch Ohrwürmer sind eine Delikatesse. Teilweise fressen sie auch Schnecken, dies aber vorwiegend in „Notzeiten“. Sowohl Regenwürmer als auch Schnecken übertragen Innenparasiten wie Lungen- oder Darmwürmer, sind aber eine eiweißreiche Kost.

Das Chitin der Käfer wirkt beim Stoffwechsel fast wie eine natürliche Wurmkur, allerdings müssen die Igel dazu auch genügend Käfer finden. Bei ausreichender Nahrungsvielfalt und mit starkem Immunsystem kommt der Igel mit einem gewissen Kontingent Innenparasiten durchaus zurecht.

Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein.

Der Igel ist tagsüber unterwegs, taumelt, liegt auf der Seite, rollt sich nicht ein oder ist äußerlich verletzt. Fliegeneier oder Madenbefall muss umgehend fachmännisch entfernt werden.

Ein kranker Igel hat einen länglich, abgemagerten Körper eventuell mit einer Delle hinter dem Köpfchen, man sieht die Hüftknochen. Ein gesunder Igel ist rundlich, hat kugelige, blanke Äuglein und eine nasse Nase. Er hat die Form eines Tropfens, vorne spitz hinten rund.

Wenn ein Igel Ihre Hilfe braucht....dann finden Sie hier weitere Informationen. (Alle Texte zum Igel: Ninja Winter)

Igel - im Garten

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Igel - Hilfestellung

Wenn ein Igel von Ihnen aufgenommen werden muss, gelten folgende einfache Regeln... 

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