Wasservögel füttern gefährdet die Gesundheit

Immer wieder haben wir darauf hingewiesen und es hat sich nichts gebessert! Der Winter 2017/ 2018 steht bevor und nun sind sie wieder besonders häufig unterwegs - auch an den Gewässern in und um Ingolstadt: angebliche „Tierfreunde“ mit prall gefüllten Tüten voller Brot, welches sie an Enten, Bläßrallen, Schwäne und Möwen verfüttern.

Doch wissen Sie eigentlich, was Sie damit schlimmes anrichten?!

 

Unsere Wasservögel sind Wildtiere, die hervorragend allein zurechtkommen und in der Natur genügend zu fressen finden. Sie benötigen deshalb kein Fast Food aus Menschenhand. Denn nichts anderes ist das Brot für die Vögel, deren Mägen von der Natur auf an Balaststoffen und Rohfasern reiches Futter eingerichtet sind.

 

Wenn Wasservögel mit dem Fast Food Brot gefüttert werden, dann nehmen sie damit viel Energie auf, verbrauchen aber viel weniger als zur sonst üblichen Nahrungssuche.

 

Durch diesen täglichen Energieüberschuss außerhalb von Zeiten extremen Frostes und zugefrorener Gewässer werden sie fettleibig. Auch Tiere sind bequem, wenn sie die Nahrung mundgerecht serviert bekommen. Dabei sind die Wasservögel von Natur aus so veranlagt, so viel zu fressen, wie sie können, bis Kropf und Magen voll sind. Sie merken dabei gar nicht den Unterschied im Energiegehalt der Nahrung.

Würden Sie einen fettleibigen Menschen täglich mit Fast Food voll stopfen? Wohl kaum. Vielmehr würden Sie sich fragen, warum kann der/die Dicke sich nicht gesund ernähren? Und genau so ergeht es den Vögeln.

 

Deshalb füttern wahre Tierfreunde Wasservögel nicht! Das füttern mit Fast Food ist vielmehr Tierquälerei, auch wenn es den Vögeln zu gefallen scheint. Auch wenn es nicht ganz so extrem ist, ist es doch etwas mit dem Stopfen von Gänsen zu vergleichen. Dadurch will man eine total verfettete Gänseleber erzielen, damit die Pasteten dem Menschen schmecken.

 

Doch die Tiere leiden darunter, wissen aber nicht warum.  

 

Im Naherholungsgebiet Baggersee, Donaustaustufe oder den vielen anderen Seen um Ingolstadt werden durch das Füttern im Winter zusätzliche Tiere mit der Verheisung auf bequemen Nahrungserwerb angelockt, die die Probleme der Gewässer noch verschärfen.

Viele Vögel kommen auch deshalb im Winter zum See, weil sie in den vergangenen Jahren gelernt haben, dass es hier bequem schnelles (Fast) Futter (Food) umsonst gibt.

Doch jeder Vogel kotet mehrfach täglich ins Wasser. In einem Winterhalbjahr kommen auf diese Weise bis zu drei Zentimeter Vogelkot zusammen, die wie ein hochprozentiger Dünger wirken. Macht es dann noch Spaß in den Seen zu baden, wenn Sie wissen wie viel Hinterlassenschaften da am Grunde liegt?

 

Daher beschweren sich schon heute viele Badegäste über die "aufdringlichen" Enten und Gänse auf den Ufern der Gewässer, insbesondere am Baggersee. Vergrähmungsmaßnahmen, wie Zäune im Uferbereich sollen daher die Tiere fernhalten....macht das Sinn, wenn die Besucher die Wasservögel füttern und diese ihre natürliche Distanz verlieren.

 

 

Die Gefahr für die Gewässer und deren Wasserqualität wächst rasant und daran hat der Vogelkot, neben anderen menschlichen Einflüssen, einen Anteil.

In Stillgewässern wird eine deutliche Zunahme des Vorkommens von Blaualgen (Cyanobakterien) und Purpurbakterien, welche als Bioindikatoren eine zunehmende Düngung und Überdüngung des Gewässers anzeigen, beobachtet. Blaualgen können bei empfindlichen Menschen Hautallergien auslösen.


Diese Zunahme von Blaualgen und Purpurbakterien ist ein äußerst alarmierendes Zeichen, zeugt es doch von einem bevorstehenden Wandel in der Wasserqualität in einem Gewässer.

Wenn das sinnlose Füttern der Wasservögel, aber auch das Urinieren von Badegästen in Gewässern nicht unterbunden wird, ist eine Verbesserung der Wasserqualität nicht zu erwarten.  

Aber wie können wir verhindern, dass falsche Tierfreunde weiter hin die Wasservögel füttern? Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, die Tiere nicht zu füttern, um unsere Gewässer,  in ihrer heutigen Qualität zu erhalten.

 

Wir möchten Sie bitten, sprechen Sie Ihre Mitmenschen an und machen Sie Ihre Mitmenschen darauf aufmerksam, dass das Füttern falsch verstandene Tierliebe ist.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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Letzte Aktualisierung

Sonntag, 12. November 2017

Nächsten Termine

November

12.11.2017, Sonntag        08:30 Uhr
Wasservogelzählung an der Donaustaustufe
Treffpunkt: Südseite Donaustaustufe
>> mehr Informationen

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24.11.2017, Freitag          19:30 Uhr
Vortrag: Gärten im Wandel der Zeit
Referentin: Gabriele Haid
Ort: Dorfstadel, Robert-Koch-Str. 60, Unterbrunnenreuth

 

Die Ingolstädter Staudengärtnerin Gabriele Haid berichtet aus ihrer 25-jährigen Erfahrung mit der Gartenkultur in unserer Heimat .


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