Igel - Was Sie wissen sollten!


Großes Interesse am Igel

Foto: A. Giessler
Foto: A. Giessler

Igel sind Wildtiere und unterstehen damit dem Tierschutzgesetz. Es ist verboten, sie aus ihrem Lebensraum zu entnehmen, sie zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen. Außer wenn sie krank oder hilfsbedürftig sind. Nach Genesung müssen sie umgehend an dem Fundort wieder ausgesetzt werden.

Die meisten Menschen meinen, dass jeder Igel Hilfe braucht, der unterwegs ist.

Das stimmt meist nicht. Ein Igel hat ein fantastisches Umgebungsgedächtnis. Er kennt sein Revier in und auswendig und hat im Sommer mehrere Nester, die er aufsucht. Da er auch dort seine Jungen aufzieht, ist es dringend notwendig, dass er in dem Bereich bleibt.

Eine Umsiedelung von Igeln ist eine aufwendige Sache und sollte nur von Fachleuten vorgenommen werden.

Wichtig zu wissen!

Foto: A. Giessler
Foto: A. Giessler
Foto: P. Bria
Foto: P. Bria

Wenn Sie einen Igel auf oder bei der Straße treffen und ihm helfen wollen, tragen Sie ihn in den nächsten Garten oder Park. Fahren ihn NICHT kilometerweit in die nächste „autofreie“ Umgebung oder in den Wald.

Ein Igel ist ein „Flurfolger“ und braucht Wiesen-, Park- und Gartenlandschaften mit Hecken, „unordentlichen“ Ecken, heimatlichen Gewächsen, kleinen Bächen oder Seen mit flachen Ufern.

 

Im Frühjahr wacht der gesunde Igel aus seinem Winterschlaf auf. Er ist seit dem späten Dezember mit mind. 600g (!)  in seinem Winternest in den Winterschlaf gefallen, der bis März oder Mai dauern kann/sollte. Je nach Witterung wachen zuerst die Männchen auf, sie sind auch die ersten, die auf den Straßen Opfer der Autos werden.

 

Igel werden zwischen Juni und September geboren. Deswegen kann ein junger Igel im Oktober noch nicht mehr als 150g  wiegen! Bitte sammeln sie kleine Igel nicht wild ein, die Mutter ist während der 6-wöchigen Stillzeit nachts unterwegs und stillt tagsüber.

 

Bitte beobachten Sie junge Igel erst eine Zeit, bevor Sie ihnen helft.

 

Igel rollen sich auf der Straße nicht ein! Sie laufen enorm schnell und versuchen den Autos so zu entfliehen. Bitte bleiben Sie bremsbereit!

 

Igel ernähren sich ausschließlich von Insekten (zu 80% von großen Laufkäfern), Regenwürmern und Larven von Nachtschmetterlingen. Auch Ohrwürmer sind eine Delikatesse. Ggf. fressen sie auch Schnecken, dies aber nur in echten „Notzeiten“.

 

Sollten Sie einen Igel in Not aufgenommen haben, benötigt er am besten und einfachsten Katzennassfutter, vermischt mit etwas Maiskeimöl und einer Prise Haferkleieflocken. Auch gekochtes Hühnerklein (OHNE HAUT! Aber mit Knochen), gebratenes Rinderhack oder Rührei ohne Öl werden gerne genommen. Bitte nur Wasser reichen, NIEMALS Milch! Igel bekommen davon Durchfall und sterben.

 

Pro Woche darf ein Igel in Gefangenschaft 70-90 g zunehmen. Sonst entwickelt er nur weißes Fett, das er zum Winter schlafen benötigt und kein braunes Fett, welches er zum Aufwachen nötig hat.

Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein.

 

Woran erkennt man einen kranken oder hilfsbedürftigen Igel?

Der Igel ist tagsüber unterwegs, taumelt, liegt auf der Seite, rollt sich nicht ein oder ist äußerlich verletzt.

Ein kranker Igel hat einen länglich, abgemagerten Körper evt. mit einer Delle hinter dem Kopf.

Ein gesunder Igel ist rundlich, hat kugelige, blanke Äuglein und eine nasse Nase.

 

Wenn ein Igel dann trotzdem Ihre Hilfe braucht....dann lesen Sie hier weiter....

 

 

(Alle Texte zum Igel: Ninja Winter)

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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Sonntag, 12. November 2017

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Wasservogelzählung an der Donaustaustufe
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24.11.2017, Freitag          19:30 Uhr
Vortrag: Gärten im Wandel der Zeit
Referentin: Gabriele Haid
Ort: Dorfstadel, Robert-Koch-Str. 60, Unterbrunnenreuth

 

Die Ingolstädter Staudengärtnerin Gabriele Haid berichtet aus ihrer 25-jährigen Erfahrung mit der Gartenkultur in unserer Heimat .


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